Dampfbad

von Michael Würz, Geschäftsführer & Digital Strategist27. September 20264 Min. Lesezeit
Dampfbad

Auf einen Blick

  • Die Luft im Dampfbad ist mit Wasserdampf gesättigt, die Temperatur liegt meist bei 40 bis 50 Grad.
  • Von 201 Dampfbädern in unserem Bestand mit Temperaturangabe liegen 180 zwischen 40 und 50 Grad, am häufigsten bei 45.
  • Weil Schweiß in feuchter Luft kaum verdunstet, steigen Puls und Körpertemperatur stärker als die Temperatur vermuten lässt.
  • Für Haut, Atemwege oder Immunsystem gibt es keine belastbaren Studien zum Dampfbad.
  • Es gelten dieselben Ausschlüsse wie bei der Sauna: Infekte, Fieber, akute Herzschwäche, schwere Herzerkrankungen.
  • Rund vier von fünf Häusern mit erfassten Saunen haben auch ein Dampfbad, oft zusätzlich ein Sole-Dampfbad.

Ein Dampfbad ist ein gefliester oder gemauerter Schwitzraum, dessen Luft mit Wasserdampf gesättigt ist und meist 40 bis 50 Grad warm ist. Anders als in der Sauna, wo Wasser auf einen heißen Ofen gegossen wird, entsteht der Dampf in einem eigenen System, und der Raum ist traditionell aus Stein statt aus Holz (Wikipedia, englisch). Varianten im Hotel heißen Aroma-, Kräuter- oder Edelstein-Dampfbad; beim Sole-Dampfbad wird dem Dampf Salzwasser beigemischt.

Was dabei passiert

Sie duschen, setzen sich auf ein Tuch und bleiben so lange, wie es angenehm ist; feste Zeiten nennt kein Fachverband, den wir gefunden haben. Der Deutsche Sauna-Bund empfiehlt für Dampf- und Warmlufträume Sitzunterlagen oder leichte Tücher aus hygienischen Gründen. Danach kühlen Sie sich ab und ruhen, wie nach einem Saunagang.

Wie warm es ist, zeigt unser Bestand: Von 201 Dampfbädern mit Temperaturangabe liegen 180 zwischen 40 und 50 Grad, 91 genau bei 45 Grad (Detailabrufe 23. bis 27.09.2026). Dass es sich heißer anfühlt, liegt an der Feuchte. Der Schweiß verdunstet in gesättigter Luft kaum und kühlt deshalb nicht (Biology of Sport, 2014), stattdessen schlägt sich der Dampf auf der kühleren Haut nieder. Die Tropfen auf der Haut sind darum nur zum Teil Schweiß.

Wirkung

Ein Dampfbad ist nicht schonender für den Kreislauf als die Sauna, nur weil es kühler ist. In einer polnischen Studie saßen zehn Männer dreimal 15 Minuten in einer trockenen Sauna mit 91 Grad und einen Monat später in einem feuchten Schwitzraum mit 59 Grad: im feuchten Raum stiegen Puls und Körperkerntemperatur stärker, obwohl die Männer nur halb so viel Gewicht verloren (Biology of Sport, 2014). Eine finnische Studie mit 50 Erwachsenen zeigte, dass jeder Prozentpunkt Luftfeuchte Puls und Kerntemperatur zusätzlich erhöht (Temperature, 2026).

Für Haut, Atemwege oder Abwehrkräfte gibt es keine belastbaren Studien zum Dampfbad. In einer indischen Studie hatten 40 Gesunde nach zwölf wöchentlichen Dampfbädern bessere Lungenfunktionswerte, eine Vergleichsgruppe fehlte (Journal of Complementary and Integrative Medicine, 2021). Warmen Dampf bei Erkältung hat eine Cochrane-Übersicht mit sechs Studien untersucht, der Nutzen blieb unsicher. Mehr dazu in Sauna bei Erkältung: was die Studien sagen.

Für wen es nicht geeignet ist

Eigene Empfehlungen für das Dampfbad haben wir bei Krankenkassen nicht gefunden; wir übertragen die der AOK für die Sauna, weil die Belastung vergleichbar ist. Bei akuten Infekten, Fieber, akuter Herzschwäche, Brustschmerzen oder schweren Herzerkrankungen gehen Sie nicht hinein. Bei anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und in der Schwangerschaft klären Sie den Besuch vorher ärztlich. Wird Ihnen schwindelig, verlassen Sie den Raum sofort.

Verwandte Begriffe

Die trockene, heißere Variante ist die Sauna. Das orientalische Hammam verbindet warmen Dampf mit Waschung und Peeling, das Caldarium ist ein feuchtwarmer Raum mit beheizten Wänden und Bänken. Mehr über das Ritual lesen Sie in Hamam.

Häuser mit diesem Angebot

Rund vier von fünf Häusern, deren Saunen wir einzeln erfasst haben, besitzen auch ein Dampfbad (517 von 638). Diese fünf haben mehrere Dampfräume mit unterschiedlichem Klima (Abruf 27.09.2026):

  • Wellness-Residenz Schalber in Serfaus: fünf Sterne, 82 .guide Score, Kräuterdampfbad mit 55 Grad, Japanisches Dampfbad und Solegrotte.
  • Der Böglerhof in Alpbach: fünf Sterne, 82 .guide Score, Dampf- und Aromadampfbad mit je 40 Grad, Sole-Dampfbad mit 50 Grad im Familienbereich.
  • Hotel Alpin Spa Tuxerhof in Tux: fünf Sterne, 82 .guide Score, Edelsteindampfbad mit 40 und Soledampfbad mit 42 Grad.
  • Landromantik Wellness Hotel Oswald in Kaikenried: vier Sterne Superior, 83 .guide Score, Aroma- und Soledampfbad mit je 48 Grad.
  • Torghele's Wald & Fluh in Balderschwang: vier Sterne, 81 .guide Score, 35 Zimmer, Solekräuterdampfbad mit 47 Grad.

Regionen

Im Zillertal haben alle 19 Häuser mit erfassten Saunen ein Dampfbad, acht davon zwei oder mehr. Im Bayerischen Wald sind es 30 von 35, neun mit mehreren Dampfräumen. Über alle 638 Häuser hat nur etwa jedes siebte mehr als ein Dampfbad (Detailabrufe 23. bis 27.09.2026).

Häufig gestellte Fragen

  • Ein gefliester oder gemauerter Schwitzraum mit dampfgesättigter Luft bei meist 40 bis 50 Grad. Der Dampf entsteht in einem eigenen System, nicht durch einen Aufguss auf heiße Steine.

  • Duschen, auf ein Tuch setzen, schwitzen, solange es angenehm ist, danach abkühlen und ruhen wie nach der Sauna. Wird Ihnen schwindelig, gehen Sie sofort hinaus.

  • In unserem Bestand liegen 180 von 201 Dampfbädern zwischen 40 und 50 Grad, meist bei 45. Eine feste Dauer nennt kein Fachverband; als Richtwert dient der Saunagang, für den der Deutsche Sauna-Bund acht bis 15 Minuten nennt.

  • Bei akuten Infekten, Fieber, akuter Herzschwäche, Brustschmerzen oder schweren Herzerkrankungen. Bei anderen Herz-Kreislauf-Leiden, Diabetes und in der Schwangerschaft vorher ärztlich klären. Das Dampfbad belastet den Kreislauf nicht weniger als die Sauna.

  • Fast überall: 517 von 638 Häusern mit erfassten Saunen haben eines. Mehrere Dampfräume haben etwa die Wellness-Residenz Schalber in Serfaus und der Böglerhof in Alpbach.

Häuser mit diesem Angebot

Regionen mit den meisten Häusern mit diesem Angebot: Allgäu (51), Schwarzwald (50).

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Quellen