Vergleich

Finnische Sauna oder Biosauna: was passt zu wem

Die finnische Sauna ist heiß und trocken, rund 80 bis 100 Grad bei wenigen Prozent Luftfeuchte, ein Gang dauert acht bis zwölf Minuten. Die Biosauna ist milder, etwa 45 bis 60 Grad bei 40 bis 55 Prozent Feuchte, Sie bleiben 15 bis 30 Minuten. Einsteiger und empfindliche Kreisläufe beginnen in der Biosauna, Hitzeliebhaber gehen finnisch.

von Michael Würz, Geschäftsführer & Digital Strategist24. September 20269 Min. Lesezeit
Holzsauna mit Kaminofen und großem Fenster zum Wald

Auf einen Blick

  • Finnische Sauna: 80 bis 100 Grad, sehr trockene Luft, ein Gang dauert acht bis zwölf, höchstens 15 Minuten.
  • Biosauna: 45 bis 60 Grad, 40 bis 55 Prozent Luftfeuchte, ein Gang dauert 15 bis 30 Minuten.
  • Aufgüsse gehören in die finnische Sauna, die Richtlinie der Branche setzt dafür mindestens 90 Grad voraus.
  • Für Einsteiger und bei chronischen Erkrankungen empfiehlt die AOK anfangs Kabinen mit 45 bis 60 Grad.
  • Belastbare Studien gibt es fast nur zur finnischen Sauna, zur Biosauna selbst haben wir keine gefunden.
  • 535 der 912 Häuser mit Saunadaten in unserem Bestand haben beide Kabinentypen.

Wer vor der Saunalandschaft eines Hotels steht, hat meist zwei Türen vor sich: eine heiße, trockene Kabine und eine mildere mit Duft und Licht. Die Frage finnische Sauna oder Biosauna entscheidet über Temperatur, Dauer und darüber, wie stark der Gang Ihren Kreislauf fordert. In unserem Bestand von 1.404 Häusern stehen bei 912 Hotels Saunen im Datenfeld, 803 davon mit mindestens einer finnischen Kabine, 574 mit einer Biosauna. Beides zusammen haben 535 Häuser, die Wahl stellt sich also in den meisten Spa-Bereichen ganz praktisch.

Dieser Beitrag vergleicht die beiden Kabinen mit Werten aus Verbandsrichtlinien und Nachschlagewerken, sagt, was welcher Typ für wen leistet, und nennt sechs Hotels, in denen Sie beide an einem Nachmittag ausprobieren können. Die Grundbegriffe erklärt unser Lexikon: Finnische Sauna und Biosauna.

Der Unterschied in einem Satz

Die finnische Sauna arbeitet mit hoher Hitze und trockener Luft, die Biosauna mit halber Temperatur und deutlich feuchterer Luft, weshalb ein Gang dort doppelt so lang dauern darf und den Kreislauf weniger fordert.

Alles Weitere folgt aus diesen beiden Stellschrauben. Temperatur und Luftfeuchte bestimmen, wie schnell die Haut warm wird, wie heiß sich die Luft beim Atmen anfühlt und wie lange Sie bleiben sollten.

Vergleichstabelle: die Werte nebeneinander

Die folgenden Werte stammen aus der Aufguss-Richtlinie von DGfdB und Deutschem Sauna-Bund, den Saunaregeln des Verbands, der AOK und dem Wikipedia-Artikel „Sauna“. Wo eine Quelle keinen Wert nennt, steht das dabei.

  • Temperatur: finnisch 80 bis 105 Grad laut Wikipedia, die Richtlinie R 26.30.04 nennt 90 bis 100 Grad, gemessen etwa einen Meter über der obersten Bank · Biosauna etwa 45 bis 60 Grad
  • Luftfeuchtigkeit: finnisch sehr gering, bei 100 Grad an der Decke etwa 2 bis 5 Prozent relative Feuchte, ein Aufguss hebt sie kurzzeitig an · Biosauna etwa 40 bis 55 Prozent
  • Dauer eines Gangs: finnisch acht bis zwölf, höchstens 15 Minuten (Deutscher Sauna-Bund) · Biosauna etwa 15 bis 30 Minuten (Wikipedia)
  • Aufguss: finnisch ja, die Richtlinie setzt dafür mindestens 90 Grad am Messpunkt voraus · Biosauna in der Regel ohne Aufguss, stattdessen Duftschalen, Kräuter oder Farblicht
  • Wirkung und Belege: finnisch gut untersucht, vor allem in finnischen Kohortenstudien · Biosauna ohne eigene Studien, die wir finden konnten
  • Eignung: finnisch für Geübte ohne Herz-Kreislauf-Einschränkung · Biosauna für Einsteiger, ältere Gäste und alle, die Hitze schlecht vertragen
  • Aufwand für Sie: finnisch drei Gänge genügen, mit Abkühlen und Ruhe mindestens zwei Stunden · Biosauna ähnlicher Zeitbedarf, weil die einzelnen Gänge länger sind

Der Name „Biosauna“ ist kein geschützter Begriff und hat mit Bio-Landbau nichts zu tun. Die DEHOGA Baden-Württemberg rät Betrieben deshalb zur Bezeichnung „Warmluftbad“. „Sanarium“ ist ein Markenname des Herstellers Klafs für dieselbe Bauart.

Die finnische Sauna im Detail

Eine finnische Sauna ist ein Holzraum mit ansteigenden Bänken und einem Ofen voller Steine, der die Luft auf rund 90 Grad bringt. Weil die Luft so trocken ist, hält der Körper diese Hitze aus: Schweiß verdunstet sofort und kühlt. Auf der obersten Bank ist es am heißesten, unten deutlich milder, Sie können die Hitze also über die Sitzhöhe steuern.

Der Deutsche Sauna-Bund hält acht bis zwölf, höchstens 15 Minuten für ausreichend und empfiehlt, die letzten zwei Minuten aufrecht zu sitzen, damit sich der Kreislauf an die Haltung gewöhnt. Drei Gänge genügen nach den Goldenen Regeln des Verbands, weitere steigern die Wirkung nicht.

Zum Ritual gehört der Aufguss: Wasser auf den heißen Steinen erhöht die Luftfeuchte schlagartig, die gefühlte Hitze steigt. Die Richtlinie von DGfdB und Sauna-Bund begrenzt einen Aufguss auf sechs bis zehn, höchstens zwölf Minuten. Wer den Ablauf und die Gepflogenheiten noch nicht kennt, findet sie im Sauna-Knigge.

Die Studienlage ist für die finnische Sauna vergleichsweise gut. In der finnischen KIHD-Kohorte starben Männer, die vier- bis siebenmal pro Woche saunierten, seltener an Herz-Kreislauf-Erkrankungen als Männer mit einem Saunabesuch pro Woche (Laukkanen und Kollegen, JAMA Internal Medicine 2015). Das ist ein Zusammenhang aus einer Beobachtungsstudie mit Männern, kein Beweis, dass die Sauna die Ursache ist. Was die Studien zur Erkältung sagen, fassen wir im Beitrag Sauna bei Erkältung zusammen.

In den Daten unserer Häuser ist die finnische Kabine die häufigste Saunaform überhaupt: 1.069 Einträge tragen den Typ finnisch, dazu 15 Kelo-Saunen aus Rundholz. Viele Häuser haben mehrere, oft eine davon mit Panoramafenster oder im Garten.

Die Biosauna im Detail

Eine Biosauna ist eine Saunakabine mit rund 45 bis 60 Grad und 40 bis 55 Prozent Luftfeuchtigkeit, in der Sie länger und entspannter sitzen als in der finnischen Sauna. Die Wärme ist spürbar, aber sie brennt nicht auf der Haut, auch das Atmen fällt leichter. Viele Häuser kombinieren sie mit Duftschalen, Kräutern oder wechselndem Farblicht.

Die Namen in unserem Bestand zeigen, wie uneinheitlich die Kabine heißt: Unter den 663 Biosauna-Einträgen tragen 120 das Wort „Kräuter“ im Namen, 75 „Sanarium“, 27 „Zirbe“ und 20 „Soft“. Ob „Kräutersauna“, „Softsauna“ oder „Saunarium“: Im Datenfeld sind alle diese Kabinen als Biosauna erfasst. Der Hersteller Klafs nennt für sein Sanarium als Beispielklima 50 bis 60 Grad bei 20 Prozent Luftfeuchte, die Kabinen lassen sich also auch trockener fahren.

Zur Wirkung der Biosauna selbst haben wir keine eigenen Studien gefunden. Dass sie kreislaufschonender sei, steht in Nachschlagewerken, dort aber ohne Studienbeleg. Plausibel ist es wegen der niedrigeren Temperatur, belegt ist es nicht. Die Empfehlung der AOK zielt in dieselbe Richtung: Einsteigern und chronisch Kranken rät sie, anfangs nur Kabinen mit 45 bis 60 Grad und höherer Luftfeuchte zu nutzen und drei bis fünf Minuten zu bleiben.

Was wann passt

Die Wahl zwischen finnischer Sauna und Biosauna hängt vor allem von Ihrer Erfahrung, Ihrem Kreislauf und dem Zeitpunkt am Tag ab.

  • Erster Saunabesuch: Beginnen Sie in der Biosauna und bleiben Sie beim ersten Mal eher kurz. Die finnische Kabine können Sie später auf der unteren Bank testen.
  • Niedriger oder schwankender Blutdruck: Die mildere Kabine ist die vorsichtigere Wahl. Bei schlecht eingestelltem Bluthochdruck rät die Deutsche Hochdruckliga laut AOK ganz vom Saunieren ab.
  • Sie mögen den Aufguss: Dann führt kein Weg an der finnischen Sauna vorbei, denn Aufgüsse finden dort statt.
  • Langer Spa-Tag: Viele Gäste wechseln: vormittags ein oder zwei Gänge finnisch, nachmittags die Biosauna, dazwischen lange Ruhe.
  • Nach dem Skifahren oder Wandern: Die finnische Sauna wärmt schneller durch. Wer müde ist, fährt in der Biosauna mit weniger Hitze besser.
  • Abends vor dem Schlafen: Hier spricht viel für die mildere Kabine, weil sie den Körper weniger aufheizt.

Bei akuten Infekten, akuter Herzschwäche, Brustschmerzen oder schweren Herzerkrankungen sollten Sie nach Auskunft der AOK in keine der beiden Kabinen gehen. Schwangere sprechen den Besuch vorher mit ihrer Frauenärztin oder ihrem Frauenarzt ab. Menschen mit hohem Blutdruck empfiehlt der Deutsche Sauna-Bund, das kalte Tauchbecken zu meiden.

Wer weder das eine noch das andere verträgt, findet in einer Infrarotkabine eine dritte Form, die mit Strahlungswärme statt heißer Luft arbeitet. Im Dampfbad ist es dagegen kühler, aber fast gesättigt feucht.

Häuser, die beides haben

Sechs Hotels aus unserem Bestand, in denen beide Kabinentypen im Datenfeld stehen, verteilt auf Deutschland, Österreich, die Schweiz und Südtirol. Die Angaben stammen aus den Hoteldaten mit Stand September 2026.

  1. Der Eisvogel in Bad Gögging, Niederbayern: 4 Sterne Superior, 87 .guide Score. Finnische Sauna und Bio Sauna, dazu ein Sole-Dampfbad und Infrarot, auf rund 2.000 m² Spa-Fläche.
  2. Naturhotel Waldklause in Längenfeld im Ötztal: 5 Sterne, 83 .guide Score, 42 Zimmer. Genau zwei Kabinen, eine finnische Sauna und eine Bio-Sauna, der direkte Vergleich also ohne Umwege.
  3. Waldhof Fuschlsee Resort in Fuschl am See: 4 Sterne, 82 .guide Score, 121 Zimmer. Finnische Sauna, eine Panoramasauna mit Seeblick und ein Saunarium als milde Kabine, dazu ein eigener Damenbereich.
  4. The Dolder Grand in Zürich: 5 Sterne, 82 .guide Score, 175 Zimmer. Sauna, Sanarium und Dampfbad auf rund 4.000 m² Spa-Fläche.
  5. Rogner Bad Blumau in der Thermenregion Steiermark: 4 Sterne, 82 .guide Score, 312 Zimmer. Neun Schwitzräume, darunter eine Gartensauna mit holzbeheiztem Ofen, eine Felsensauna, ein Bio-Sanarium und ein Kräuter-Sanarium.
  6. Panoramahotel Watles in Mals im Vinschgau: 4 Sterne, 82 .guide Score, 45 Zimmer. Finnische Panorama-Sauna und Bio-Kräutersauna, dazu Sole-Dampfbad und Infrarotkabine.

Welche Kabine gerade wie heiß eingestellt ist, entscheidet jedes Haus selbst. Die Temperatur steht meist an der Tür oder auf einem Thermometer in der Kabine: Ein Blick darauf ist verlässlicher als der Name.

Quellen

Häufig gestellte Fragen

  • Die finnische Sauna ist heißer und trockener: rund 80 bis 100 Grad bei wenigen Prozent Luftfeuchte. Die Biosauna arbeitet mit etwa 45 bis 60 Grad und 40 bis 55 Prozent Feuchte. Deshalb dauert ein Gang in der Biosauna 15 bis 30 Minuten, in der finnischen Sauna acht bis zwölf, höchstens 15.

  • Belastbare Studien gibt es fast nur zur finnischen Sauna, etwa die finnische KIHD-Kohorte mit einem Zusammenhang zwischen häufigem Saunieren und seltenerem Herz-Kreislauf-Tod. Zur Biosauna haben wir keine eigenen Studien gefunden. Sie ist milder und damit für empfindliche Kreisläufe die vorsichtigere Wahl, gesünder ist sie deshalb nicht erwiesen.

  • Für den Einstieg eignet sich die Biosauna, weil sie weniger heiß ist. Die AOK empfiehlt Einsteigern und chronisch Kranken anfangs Kabinen mit 45 bis 60 Grad und höherer Luftfeuchte und eine Aufenthaltsdauer von drei bis fünf Minuten. Die finnische Sauna können Sie danach auf der unteren Bank ausprobieren.

  • Ja, viele Gäste wechseln an einem Tag zwischen beiden. Wichtig sind Abkühlen und Ruhe nach jedem Gang, der Deutsche Sauna-Bund hält drei Gänge für ausreichend und rechnet mit mindestens zwei Stunden. Ein sinnvoller Ablauf beginnt mild in der Biosauna und geht dann in die finnische Kabine.