Wellness
Anwendungen, Wirkung und Grenzen: was Sauna, Floating, Kälte oder Lymphdrainage nach Studienlage bringen und woran Sie ein gutes Angebot erkennen.

WellnessFloating: Schwerelosigkeit auf Rezept?Auf Rezept gibt es Floating in Deutschland nicht: Die Heilmittel-Richtlinie der Krankenkassen führt es nicht. Kleine Studien zeigen, dass eine Stunde im Salzwasser Angst und Stress kurzfristig senkt und den Blutdruck während der Sitzung drückt. Für Schmerzen und Schlaf gibt es Hinweise, große verblindete Studien fehlen. Als Entspannungsverfahren gilt Floating als gut verträglich.

WellnessSalzgrotte: Halotherapie zwischen Wirkung und WellnessEine Salzgrotte ist vor allem ein Ruheraum: Dass die trockene Salzluft Erkrankungen der Atemwege lindert, ist nicht belegt. Zwei kleine Studien fanden bei Asthma eine geringere Überempfindlichkeit der Bronchien, Lungenfunktion und Entzündungswerte änderten sich nicht. Wer Asthma oder COPD hat, fragt vorher ärztlich nach, denn eingeatmetes Salz kann die Atemwege auch reizen.

WellnessLymphdrainage: wann sie hilft und wann nichtDie Lymphdrainage hilft nachweislich bei einem Lymphödem, und dort nur zusammen mit Kompression und Bewegung. Für gesunde Menschen ist kein Nutzen belegt: Im Hotel ist sie eine ruhige, sanfte Anwendung, keine Entschlackung und keine Therapie. Bei Thrombose, Herzschwäche oder akuter Entzündung der Haut ist sie ausgeschlossen.

WellnessLongevity im Hotel: zwischen Messwert und MarketingEin Longevity-Aufenthalt kann sinnvolle Messwerte liefern: Blutdruck, Blutwerte, Fitness, Körperzusammensetzung. Das biologische Alter aus einem Test gehört nicht dazu, dafür sind die Verfahren zu ungenau. Länger gesund leben Menschen vor allem durch Bewegung, Nichtrauchen, gutes Essen und normales Gewicht, über Jahre und nicht in einer Woche.

WellnessKältekammer, Eisbrunnen, Kneipp: was Kälte wirklich bringtKälte im Spa ist vor allem ein kurzer, kräftiger Reiz, der sich gut anfühlen kann. Belegt ist wenig: Kaltes Wasser senkte in Studien den Stress am Folgetag und die Krankmeldungen, nicht die Krankheitstage. Für die Kältekammer bei minus 110 Grad fehlen gute Studien an Gesunden. Wer Herz oder Blutdruck nicht im Griff hat, verzichtet.

WellnessWas in den Spa-Koffer gehörtIn den Spa-Koffer gehören zwei Badeanzüge oder Badehosen, Badeschuhe, ein Buch, eine Trinkflasche und bequeme Kleidung für Yoga oder Fitness. Ob das Haus Bademantel und Saunatuch stellt, klären Sie am besten bei der Buchung. Schmuck, Laptop und den dritten Pullover können Sie zu Hause lassen.

WellnessWellnesswochenende: was zwei Nächte wirklich bringenZwei Nächte im Wellnesshotel sind in der Regel 44 Stunden im Haus, davon rund 22 Stunden mit geöffnetem Spa. Das reicht für einen ganzen Spa-Tag, eine Anwendung und zwei ruhige Abende. Kurzurlaube heben das Wohlbefinden messbar, der Effekt hält aber nur wenige Tage. Am meisten bleibt, wenn Sie wirklich abschalten.

WellnessTCM im Wellnesshotel: Akupunktur, Qi und TuinaTCM im Wellnesshotel heißt fast immer Tuina, Akupressur oder eine Meridian-Massage, selten Akupunktur. Nadeln dürfen in Österreich nur Ärztinnen, Ärzte und Hebammen setzen, in Deutschland Ärzte und Heilpraktiker. Von 1.404 Häusern in unserem Bestand nennen zehn eine Anwendung ausdrücklich TCM, Tuina, chinesisch oder Moxa, nur eines Akupunktur.

WellnessSauna bei Erkältung: was die Studien sagenMit Schnupfen, Halsschmerzen oder Fieber gehören Sie nicht in die Sauna: Die AOK nennt die Sauna bei einem Infekt tabu, bis Sie wieder gesund sind. Regelmäßiges Saunieren in gesunden Wochen ist eine andere Frage. Eine kleine Studie und finnische Kohortenstudien deuten auf weniger Atemwegsinfekte hin, beweisen es aber nicht.

WellnessDetox im Hotel: was hinter dem Begriff stecktDetox im Hotel ist ein Etikett, kein geschütztes Verfahren. Dahinter stecken meist Körperpackungen, Massagen oder Gesichtsbehandlungen, seltener eine Fasten- oder Detox-Kur über mehrere Tage. Eine entgiftende Wirkung ist nicht belegt: Leber und Nieren leisten die Entgiftung selbst. In unserem Bestand führen 52 Häuser eine Behandlung mit Detox im Namen.

WellnessWie oft sollte man in die Sauna?Eine offizielle Empfehlung, wie oft pro Woche, gibt es nicht. In finnischen Langzeitstudien hatten Männer mit vier bis sieben Saunabesuchen pro Woche die niedrigsten Raten an Herz-Kreislauf-Todesfällen, mit zwei bis drei niedrigere als mit einem. Beweisen lässt sich damit nichts. Je Besuch hält der Deutsche Sauna-Bund drei Gänge für ausreichend.

WellnessThalasso: was Meerwasser wirklich kannMeerwasser kann entspannen, die Haut pflegen und mit Seeluft und Bewegung eine gute Woche am Meer ergeben. Belegt ist wenig: kurzfristige Besserungen bei Schuppenflechte, Fibromyalgie und Arthrose, bei niedriger Studienqualität. Dass die Haut im Bad Mineralien in nennenswerter Menge aufnimmt, ist nicht nachgewiesen. Echtes Thalasso braucht Meerwasser, Arzt und Küste.