Infrarotkabine

von Michael Würz, Geschäftsführer & Digital Strategist27. September 20264 Min. Lesezeit
Infrarotkabine

Auf einen Blick

  • Infrarotstrahler erwärmen die Haut direkt; die Luft in der Kabine liegt je nach Modell etwa zwischen 25 und 65 Grad.
  • Infrarot-A dringt laut Bundesamt für Strahlenschutz bis etwa fünf Millimeter in die Haut ein, Infrarot-C bleibt in der Oberhaut.
  • Bei 45 bis 65 Grad stieg die Körperkerntemperatur in Studien kaum bis deutlich: Die Temperatur entscheidet.
  • Belegt sind kleine Effekte bei Herzschwäche und rheumatischen Schmerzen; eine Wirkung auf Cholesterin ist widerlegt.
  • Nicht nach Alkohol, Drogen oder schmerzdämpfenden Medikamenten; mit Herz-Kreislauf-Erkrankung vorher ärztlich klären.
  • 179 von 649 Häusern mit vollständiger Saunaliste führen eine Infrarotkabine, im Bayerischen Wald fast jedes zweite (Stand 24.09.2026).

Eine Infrarotkabine ist eine Wärmekabine, in der Strahler den Körper mit Infrarotstrahlung direkt erwärmen, während die Luft deutlich kühler bleibt als in einer Sauna. Die Wikipedia nennt als Vorläufer das elektrische Lichtbad, das der Arzt John Harvey Kellogg 1891 baute. Heute steht sie in mehr als jedem vierten Spa unseres Bestands.

Was dabei passiert

In einer Infrarotkabine sitzen oder liegen Sie vor Strahlern, deren Wärme erst beim Auftreffen auf die Haut entsteht. Das Bundesamt für Strahlenschutz unterscheidet drei Bereiche: Infrarot-A dringt bis etwa fünf Millimeter in die Haut ein, Infrarot-B wird vor allem in den oberen Hautschichten aufgenommen, Infrarot-C fast ganz in der Oberhaut. Das Wort Tiefenwärme meint also wenige Millimeter. Wie viel Strahlung ankommt, lässt sich laut Bundesamt nicht an der Wattzahl der Kabine ablesen.

Die Luft in der Wärmekabine liegt je nach Modell etwa zwischen 25 und 65 Grad. In unseren Daten geben das Hotel Hammerhof 40 Grad und der Böglerhof 35 Grad an. Eine Zeitschaltung beendet die Sitzung meist automatisch. Danach duschen Sie und ruhen, wie nach einem Saunagang.

Wirkung

Die Temperatur entscheidet, wie stark eine Infrarotkabine den Körper belastet. In einer Studie aus Oregon mit 20 jungen Erwachsenen stieg die Körperkerntemperatur nach 45 Minuten bei 45 bis 65 Grad praktisch nicht, in der finnischen Sauna mit dreimal zehn Minuten bei 80 Grad um 0,4 Grad (Atencio und Kollegen, 2025). Eine Studie aus Cardiff mit zwölf Personen fand bei 65 Grad dagegen 1,4 Grad mehr, einen Puls von im Mittel 153 und 1,4 Liter Schweiß pro Stunde (Jenkins und Kollegen, 2026).

Für gesundheitliche Wirkungen ist die Studienlage dünn. Eine Übersicht fand 2009 nur neun Studien: begrenzte Belege für Blutdruck und Herzschwäche, je eine Studie zu chronischem Schmerz, Erschöpfungssyndrom und Übergewicht, und Belege gegen eine Senkung des Cholesterins (Beever, Canadian Family Physician). Die Waon-Therapie aus Japan setzt die Wärmekabine bei Herzschwäche ein; eine Übersichtsarbeit hat ihre Studien 2018 zusammengefasst (Rocha Conceição und Kollegen). In einer Pilotstudie mit 34 Menschen mit Rheuma oder Morbus Bechterew linderten acht Sitzungen Schmerz und Steifigkeit kurzfristig, ohne Nebenwirkungen (Oosterveld und Kollegen, 2009). Dass die Kabine entgiftet, Fett verbrennt oder das Immunsystem stärkt, haben wir in keiner Studie gefunden.

Für wen es nicht geeignet ist

Unter Alkohol, Drogen oder Medikamenten, die die Schmerzwahrnehmung herabsetzen, sollten Sie laut Bundesamt für Strahlenschutz keine Wärmekabine nutzen. In Narbengewebe kann das Schmerzempfinden fehlen, dort droht eine Verbrennung unbemerkt. Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollen vorher ärztlichen Rat einholen. Die Augen sind besonders empfindlich; eine geeignete Schutzbrille schützt sie.

Bleibt die Haut nach der Sitzung länger gerötet, setzen Sie aus und lassen es ärztlich ansehen. Bei Infekt oder Fieber gelten die Regeln der Sauna: nicht schwitzen gehen.

Verwandte Begriffe

Die finnische Sauna erwärmt Sie über heiße, trockene Luft, die Biosauna über mildere, feuchtere. Ein Tepidarium wärmt über beheizte Bänke und Wände. Manche Häuser kombinieren Infrarotliegen mit einer Salzgrotte.

Häuser mit diesem Angebot

Unter den 649 Häusern, deren Saunaliste wir vollständig erfasst haben, führen 179 eine Infrarotkabine (Stand 24.09.2026). Fünf Beispiele:

  • Hotel Hammerhof in Bodenmais: vier Sterne, 81 .guide Score, Infrarot-Kabine mit 40 Grad.
  • Der Böglerhof in Alpbach: fünf Sterne, 82 .guide Score, zwei Infrarotkabinen, eine davon im Familienspa.
  • Hotel Bad Fallenbach in St. Leonhard in Passeier: vier Sterne Superior, 81 .guide Score, eine Infrarotkabine für ein bis zwei Personen.
  • Luisenhöhe in Horben: fünf Sterne, 81 .guide Score, eine Infrarotkabine mit Panoramafenster und Salzinhalation.
  • Biohotel Eggensberger in Füssen: vier Sterne, 82 .guide Score, eine Infrarot-Wärmekabine.

Regionen

Am häufigsten ist die Infrarotkabine im Bayerischen Wald: 21 von 48 erfassten Häusern haben eine, in Bodenmais allein sechs. Im Meraner Land sind es 16 von 44.

Häufig gestellte Fragen

  • Eine Wärmekabine, in der Infrarotstrahler den Körper direkt erwärmen. Die Luft bleibt je nach Modell bei etwa 25 bis 65 Grad und damit kühler als in der Sauna.

  • Sie sitzen oder liegen vor den Strahlern, bis die Zeitschaltung die Sitzung beendet. Danach duschen Sie und ruhen wie nach einem Saunagang.

  • Eine verbindliche Empfehlung gibt es nicht. In Studien dauerten Sitzungen 45 Minuten; im Hotel stellt die Kabine meist eine Zeit ein. Hören Sie früher auf, wenn Ihnen zu warm wird.

  • Nicht nach Alkohol, Drogen oder Medikamenten, die das Schmerzempfinden dämpfen, und mit Vorsicht bei Narben. Mit Herz-Kreislauf-Erkrankung holen Sie vorher ärztlichen Rat ein, so das Bundesamt für Strahlenschutz.

  • 179 von 649 Häusern mit vollständiger Saunaliste haben eine, etwa das Hotel Hammerhof in Bodenmais und das Biohotel Eggensberger in Füssen.

Häuser mit diesem Angebot

Regionen mit den meisten Häusern mit diesem Angebot: Bayerischer Wald (22), Meraner Land (18).

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Quellen