Die Steiermark zerfällt für Wellnessgäste in zwei Hälften, und unsere Daten zeigen das deutlich. Zwölf Häuser stehen in Schladming-Dachstein, weitere sechs im Ausseerland, also im alpinen Nordwesten. Elf liegen im Südosten in den Thermenorten zwischen Bad Waltersdorf und Bad Radkersburg. Der Rest verteilt sich auf das Hügelland der Oststeiermark, das Almenland und einzelne Orte an der Mur.
Was die Behandlungslisten zeigen
36 der 39 Häuser haben Anwendungen hinterlegt, und zwei Techniken tauchen auffällig oft auf. Die Reflexzonenmassage am Fuß führen elf Häuser, oft kombiniert mit einer Teilkörpermassage. Acht Häuser bieten Lymphdrainage an, die meisten davon in den Thermenorten, wo die Grenze zur Kur fließend ist. Wann diese Anwendung medizinisch sinnvoll ist, klärt unser Beitrag Lymphdrainage: wann sie hilft und wann nicht.
Regionale Rohstoffe sind seltener, als man erwarten würde: Eine Packung mit Kürbiskernen führt ein einziges Haus, ein Heubad oder eine Heupackung stehen bei zwei Häusern auf der Liste, eine Zirbenölmassage bei einem. In der Ausstattung fällt das Kneippbecken auf, das neun Häuser haben. Einen Ruheraum führen 28, einen Whirlpool 13. 30 Häuser öffnen ihr Spa auch Tagesgästen, 26 nennen Yoga im Programm.
Bad Gleichenberg: vom Römerbrunnen zum Curbad
Die Kurtradition des Südostens ist alt, der Kurbetrieb vergleichsweise jung. In Bad Gleichenberg fand man 1845 beim sogenannten Römerbrunnen in vier Metern Tiefe einen gut erhaltenen Brunnenkranz, darunter 74 römische Münzen aus dem ersten bis dritten Jahrhundert. Die Quellen wurden also mindestens seit der Römerzeit genutzt. Zum Kurort wurde der Ort erst im Biedermeier: Der Grazer Arzt Werlè machte 1833 den steirischen Gouverneur Matthias Constantin Graf Wickenburg auf die Quellen aufmerksam, und Wickenburg legte am 10. Mai 1834 den Grundstein zum Curbad Gleichenberg (Quelle: Wikipedia, Artikel Bad Gleichenberg).
Bis heute stehen dort Erkrankungen der Atemwege und der Haut im Mittelpunkt. Wer vor allem im warmen Wasser entspannen möchte, sucht deshalb eher ein Haus mit Thermalbad; wer eine Kur plant, achtet auf die Indikationen des jeweiligen Heilbads. Den Zusatz Bad trägt Gleichenberg übrigens erst seit 1926.
Orte abseits der Thermen
Neben den bekannten Kur- und Bergorten führen wir einige kleinere Adressen. In der Oststeiermark liegen Pöllau und der Wallfahrtsort Pöllauberg, weiter südwestlich St. Ruprecht an der Raab. Im Almenland finden Sie Fladnitz, in den Fischbacher Alpen Fischbach. Und wer Wellness mit Stadt verbinden möchte, hat mit Graz die Landeshauptstadt.
Worauf Sie bei der Auswahl achten sollten
Entscheiden Sie zuerst, welche Hälfte Sie suchen: das Thermalwasser im Hügelland oder das Bergpanorama am Dachstein. Beides in einem Aufenthalt zu verbinden, bedeutet rund drei Stunden Fahrt. Eine Übersicht über beide Landschaften gibt unser Beitrag Wellness in der Steiermark: Thermenland und Weinberge.
Quellen