Im Mühlviertel führen wir zehn Häuser in neun Orten, neun davon mit vier Sternen, eines mit drei. Nur Bad Leonfelden hat zwei, sonst steht in jedem Ort ein einzelnes Haus, verteilt vom Böhmerwald im Westen über das Leonfeldner Hochland bis Freistadt und Bad Zell im Osten. Einen Ort mit vielen Häusern nebeneinander gibt es hier also nicht; wer ins Mühlviertel fährt, wählt eher eine Landschaft als einen Hotelstandort.
Was die Ausstattungslisten zeigen
Für eine so kleine Auswahl ist der Anteil an Rückzugsräumen hoch: Sieben der zehn Häuser haben einen Private Spa hinterlegt, einen Bereich, den Sie für eine gebuchte Zeit allein oder zu zweit nutzen. Acht bieten Yoga an, sieben öffnen ihren Spa auch für Tagesgäste. Zum Abkühlen führen zwei Häuser eine Eisgrotte und zwei ein Tauchbecken, zwei weitere einen Whirlpool im Freien.
Bei den Anwendungen zeigen sich die Kurorte. Ein Haus in Bad Leonfelden hat die klassische Kneipp-Anwendung mit Güssen und Wechselbädern auf der Liste, dazu eine Naturmoor-Moorpackung auf der Softpackliege und eine Unterwassermassage. In Bad Zell steht eine Abhyanga, die ayurvedische Ganzkörper-Ölmassage, im Programm, in Aigen-Schlägl ein Bierbottich-Bad und in Guglwald ein Honig-Zirbenbad. Mehrere Häuser führen nur Sammelbegriffe wie Massagen oder Bäder; fragen Sie vor der Buchung nach, wenn Sie eine bestimmte Anwendung suchen.
Das Hedwigsbründl in Bad Zell
Die Kurtradition des Mühlviertels beginnt nicht mit Thermen, sondern mit Quellen und Wallfahrten. In Bad Zell gilt das Hedwigsbründl seit dem Mittelalter als Heilquelle; nach dem Dreißigjährigen Krieg entwickelte sich dort eine Wallfahrt. In den 1950er Jahren wurde das Wasser untersucht, Anfang der 1970er Jahre erklärte die Landesregierung es zur Heilquelle mit Radon, 1976 folgte der Titel Kurort, und aus Zell bei Zellhof wurde Bad Zell. Das alte Badhaus ist heute ein kleiner Ausstellungsraum, das Quellwasser fließt in eine neu gebaute Kapelle, und am 16. Oktober wird der Hedwigstag gefeiert (Quelle: Wikipedia, Artikel Bad Zell).
Ähnlich wechselvoll verlief es in Bad Leonfelden. Dort gab es ab 1881 ein Moorbad, das nach dem Ersten Weltkrieg schließen musste, nachdem die Rohrleitungen gestohlen worden waren. Fünf Leonfeldner beschlossen 1960 die Wiedereröffnung, und mit dem neuen Heilbad wurde der Ort 1961 zum Kurort erklärt (Quelle: Wikipedia, Artikel Bad Leonfelden).
Orte in der Nachbarschaft
Von Bad Zell auf der Mühlviertler Alm ist es nicht weit nach Freistadt mit seiner Altstadt. Westlich davon liegt Bad Leonfelden knapp 30 Kilometer nördlich von Linz, nahe der Grenze zu Tschechien Guglwald. Im Oberen Mühlviertel am Böhmerwald folgen Aigen-Schlägl und Ulrichsberg.
Worauf Sie bei der Auswahl achten sollten
Wer Kuranwendungen mit Moor und Wasser sucht, schaut nach Bad Leonfelden; wer vor allem Ruhe und einen Spa für sich will, findet einen Private Spa in sieben von zehn Häusern. Wie Güsse und Wassertreten ablaufen und was eine Kur von einem Wellnessaufenthalt trennt, erklärt unser Beitrag Kneipp-Kur: Ablauf, Kosten, Zuschuss. Wo Wellness endet und Medizin beginnt, ordnet Medical Wellness: wo die Grenze zur Medizin verläuft ein.
Quellen