Unter dem Stichwort Oberbayern führen wir 18 Häuser in 15 Orten, die meisten mit vier Sternen, vier mit fünf. Einen Schwerpunkt gibt es nur am Tegernsee: Rottach-Egern, Tegernsee und Bad Wiessee stellen zusammen fünf Häuser. Die übrigen verteilen sich einzeln vom Altmühltal bis ins Inntal, von der Großstadt bis zum Bergdorf.
Was die Ausstattungslisten zeigen
Fast alle Häuser nennen einen Ruheraum, 14 von 18. Auffällig ist die Offenheit nach außen: 15 Häuser lassen auch Tagesgäste in ihren Spa, bieten also ein Day Spa an. Die Hälfte, neun Häuser, hat einen Private Spa hinterlegt, einen Bereich, den Sie für eine gebuchte Zeit allein oder zu zweit nutzen. Seltener sind Becken für Kaltwasser und Sole: Ein Kneippbecken führen zwei Häuser, in Kipfenberg und in Oberaudorf, ein Solebecken ebenfalls zwei, in Schliersee und Erding.
Bei den Anwendungen tauchen regionale Kurmittel auf. Drei Häuser, zwei in Bad Aibling und eines in Bad Bayersoien, haben eine Moorpackung oder ein Moorbad auf der Liste. Ein Hamam mit Dampf und Seifenschaum steht in Erding und in Bad Aibling im Programm, eine Hot-Stone-Massage in drei Häusern. Viele Listen führen allerdings nur Sammelbegriffe wie Massagen oder Körperbehandlungen; wenn Sie eine bestimmte Anwendung suchen, fragen Sie vor der Buchung nach.
Bad Aibling: das älteste Moorheilbad Bayerns
Dass Moor in Oberbayern auf den Behandlungslisten steht, hat eine Vorgeschichte im Mangfalltal. 1845 eröffnete dort der königlich bayerische Gerichtsarzt Desiderius Beck die erste Sole- und Moorschlamm-Badeanstalt Bayerns. Aus ihr wurde der Kurort Bad Aibling, den Prinz Luitpold am 17. Mai 1895 als Heilbad anerkannte. Die Moore nördlich der Stadt stehen heute als Landschaftsschutz- und FFH-Gebiet unter Schutz (Quelle: Wikipedia, Artikel Bad Aibling).
Bis heute ist der Badetorf das klassische Kurmittel des Ortes; mehrere Rheuma- und Rehakliniken stützen sich darauf. Seit 2008 ist auch die Desiderius-Quelle, benannt nach dem Gründer der Badeanstalt, staatlich als Heilquelle anerkannt. Ihr Wasser kommt aus fast 2.300 Metern Tiefe und wird mit 39,1 Grad gefördert. Im Kurpark erinnert ein eigener Moorgarten an die Herkunft des Heilbads.
Orte in der Nachbarschaft
Südöstlich von Bad Aibling liegt im Inntal Oberaudorf, von dort führt die Straße über das Sudelfeld nach Bayrischzell. Am Tegernsee bilden Rottach-Egern und Tegernsee den dichtesten Hotelstandort der Region. Wer ebenfalls Moor sucht, findet es auch in Bad Bayersoien am Rand der Ammergauer Alpen.
Worauf Sie bei der Auswahl achten sollten
Moorpackungen finden Sie in dieser Region vor allem in den beiden Heilbädern, einen Private Spa dagegen quer durch alle Landschaften. Was sich hinter der Anwendung mit Dampf und Schaum verbirgt und wie Sie sich dabei verhalten, erklärt unser Beitrag Hamam: Ablauf, Rituale und Knigge. Wer sich für die Kaltwasserseite interessiert, findet in Kneipp-Kur: Ablauf, Kosten, Zuschuss den Weg von der Kur zum Kneippbecken im Hotel.
Quellen