Basenfasten

Auf einen Blick
- Ein bis zwei Wochen nur Obst, Gemüse, Kräuter, Keimlinge und Samen, ohne tierische Produkte, Getreide, Kaffee und Alkohol
- Kein Fasten im engen Sinn: Sie essen drei Mahlzeiten am Tag
- Die Theorie der säure- und basenbildenden Lebensmittel ist laut DGE wissenschaftlich nicht belegt
- Was bleibt, ist mehr Gemüse und weniger Energie, das begrüßt auch die DGE
- Nicht in Schwangerschaft und Stillzeit; bei Nierenerkrankungen nur ärztlich abgeklärt
- Kein Haus führt Basenfasten als Anwendung; 38 von 1.404 nennen es im Profil als Ernährungsform, sechs davon in Oberstaufen
Was dabei passiert
Beim Basenfasten essen Sie eine Woche oder zwei ausschließlich Lebensmittel, die als basenbildend gelten: Obst, Gemüse, Salate, Kräuter, Keimlinge und Samen. Die Heilpraktikerin Sabine Wacker hat die Methode 1997 entwickelt und beschreibt sie als völlig frei von tierischen Produkten und von Getreide. Kaffee und Alkohol entfallen ebenfalls. Anders als beim Heilfasten gibt es drei Mahlzeiten am Tag, Rohkost nach Wackers Regeln nur bis 14 Uhr und ein Abendessen bis 18 Uhr. Die Anbieterseite empfiehlt eine bis zwei Wochen; wer sich wohlfühlt, kann auf vier bis acht Wochen verlängern.
Feste Entlastungstage vor der Fastenwoche, wie sie die Leitlinie für das Heilfasten vorsieht, haben wir in den Regeln der Wacker-Methode nicht gefunden. Sabine Wacker rät aber, Kaffee schon in der Woche davor langsam wegzulassen.
Wirkung
Dass Lebensmittel den Körper übersäuern, die Grundidee des Basenfastens, ist nicht belegt, auch wenn Ratgeber zum Stichwort Säure Basen es oft behaupten. Die DGE schreibt, die Theorie der säure- und basenbildenden Lebensmittel sei wissenschaftlich nicht belegt. Die Verbraucherzentrale erklärt, dass der Körper den pH-Wert des Blutes über Lunge und Nieren in einem engen Bereich hält und durch Lebensmittel nicht übersäuert; eine echte Übersäuerung ist Folge schwerer Nieren- oder Lungenerkrankungen oder eines entgleisten Diabetes und gehört in ärztliche Behandlung. Selbst die Wacker-Seite räumt ein, dass es keine einheitlichen Säure-Basen-Tabellen gibt.
Zwei systematische Übersichten von Tanis Fenton und Kollegen haben die Säure-Basen-Theorie an Krankheiten geprüft. Für Knochengesundheit fanden sie 2011 keinen Beleg, dass basische Kost schützt (Nutrition Journal), für Krebs 2016 keinen, der eine Empfehlung rechtfertigt (BMJ Open). Was realistisch bleibt: Sie essen in dieser Zeit viel Gemüse, kaum stark verarbeitete Lebensmittel und meist weniger Energie. Einen schnellen Gewichtsverlust führt die DGE bei solchen Kuren auf die geringere Energiemenge zurück; mehr Gemüse und Obst begrüßt sie ausdrücklich.
Für wen es nicht geeignet ist
In der Schwangerschaft und in der Stillzeit rät die Anbieterin selbst vom Basenfasten ab. Bei Essstörungen oder Untergewicht soll die Kur nach ihren Angaben höchstens eine Woche dauern. Wenn Sie eine Nierenerkrankung haben, klären Sie die Kur vorher ärztlich ab: Viel Obst und Gemüse bedeutet viel Kalium, und das kann bei eingeschränkter Nierenfunktion zu hohe Blutwerte verursachen. Eine Stellungnahme einer Fachgesellschaft speziell zum Basenfasten haben wir nicht gefunden.
Wer einen empfindlichen Darm, Allergien oder Unverträglichkeiten hat, sollte mit Rohkost vorsichtig sein. So steht es in den Wacker-Regeln selbst; sie sehen Rohkost nur für die vor, die sie vertragen, und empfehlen, Gemüse kurz zu dämpfen.
Verwandte Begriffe
- Heilfasten: der mehrtägige Verzicht auf feste Nahrung nach Buchinger, ärztlich begleitet.
- Intervallfasten: Essenspausen im Alltag, etwa nach dem Schema 16:8.
- Detox: Kuren mit Entgiftungsversprechen, die die DGE in etwa dem Basenfasten gleichsetzt.
Häuser mit diesem Angebot
Basenfasten als eigene Anwendung führt in den erfassten Behandlungslisten unserer 1.404 Häuser kein Haus (Stand 23.09.2026). Treffer mit „basisch“ gibt es, aber es sind Bäder, Peelings und Massagen, keine Kostform. 38 Häuser nennen in ihrem Profil „Basenfasten“ als Ernährungsform. Diese Angabe fasst bei uns auch allgemeine Fastenkuren zusammen und belegt deshalb kein Basenfasten nach Wacker; wir nennen darum kein einzelnes Haus. Fragen Sie vor der Buchung:
- Wird nach der Wacker-Methode gekocht, also ohne tierische Produkte und ohne Getreide? Ein Programm mit Dinkelbrot oder Hirsemüsli ist nach Angaben der Anbieterin kein Basenfasten.
- Gilt die basische Kost für alle drei Mahlzeiten oder nur für einzelne Gänge?
Regionen
Die Profilangabe „Basenfasten“ häuft sich im Allgäu: sechs der 38 Häuser, alle in Oberstaufen, das als Schroth-Kurort eine eigene Kurtradition mit Diät hat. Je zwei liegen im Hunsrück, im Schwarzwald, im Eisacktal, im Ausseerland und im Meraner Land. Von den 38 Häusern stehen 20 in Deutschland, zwölf in Österreich und sechs in Italien.
Häufig gestellte Fragen
Eine ein- bis zweiwöchige Kostform nach Sabine Wacker mit Obst, Gemüse, Kräutern, Keimlingen und Samen, ohne tierische Produkte, Getreide, Kaffee und Alkohol. Gegessen wird trotzdem, dreimal am Tag.
Sie essen nur basenbildende Lebensmittel, Rohkost nur bis 14 Uhr, das Abendessen bis 18 Uhr. Kaffee lassen Sie am besten schon in der Woche davor langsam weg.
Die Anbieterin empfiehlt eine bis zwei Wochen. Wer sich wohlfühlt, kann nach ihren Angaben auf vier bis acht Wochen verlängern.
Nicht in Schwangerschaft und Stillzeit. Bei Essstörungen oder Untergewicht höchstens eine Woche, bei Nierenerkrankungen nur nach ärztlicher Abklärung, weil die Kost viel Kalium enthält.
Ein Haus mit Basenfasten als belegter Anwendung führt unser Bestand derzeit nicht. 38 Häuser nennen Basenfasten im Profil als Ernährungsform, die meisten im Allgäu; fragen Sie dort, ob nach der Wacker-Methode gekocht wird.
Verwandte Begriffe
Quellen
- Sabine Wacker: Die 10 goldenen Wacker-Regeln für eine erfolgreiche Basenfasten-Kur
- basenfasten.de: Häufige Fragen bei Basenfasten
- DGE: Entgiftungsdiäten
- Verbraucherzentrale: Säure-Basen-Ausgleich durch Nahrungsergänzungsmittel, wem nützt das?
- Fenton TR et al.: Causal assessment of dietary acid load and bone disease, Nutrition Journal 2011
- Fenton TR, Huang T: Systematic review of the association between dietary acid load, alkaline water and cancer, BMJ Open 2016
- DocMedicus Gesundheitslexikon: Basenfasten (06.02.2026)